Thomas Kohl – Tuja / Seestück

Thomas Kohl

Tuja ? 1. August, 2008, Aquarell, 18x26cm

Tuja ? 7. August, 2008, Aquarell, 18x26cm

Seestück (2), 2007, Ölfarben auf Papier, 35x50cm

Seestück (5), 2007, Ölfarben auf Papier, 35x50cm1

Bei seinen Werken Seestück (5) und Seestück (2) sowie den Aquarellen Tuja ? 6. August und Tuja ? 7.August wählt Thomas Kohl eine ähnliche Herangehensweise: Der Titel suggeriert dem Betrachter etwas, dass praktisch gar nicht gezeigt wird. Es ist nicht das Gemalte, sondern die Fantasie, die Gegenständlichkeit erzeugen würde. Über eine Vorzeichnung auf Papier sind mit kräftig freiem Pinselstrich grau-blaue Farbtöne aufgetragen. Während bei Seestück (5) fast die ganze untere Hälfte des Papiers unbemalt geblieben ist, sind auf dem Werk Seestück (2) nur wenige farbige Pinselzüge aufgebracht. Trotz dieser teils radikalen Reduzierung auf das Wesentliche, ergänzt die Fantasie des Betrachters in diesen Kleinformaten das Gesehene und vervollständigt es zu seiner persönlichen Vorstellung eines Seestücks. Die auf dem weißen Papier sichtbar gebliebenen Unterzeichnungen werden etwa zu Reflexionen im Wasser und die Farbe lässt einen aufgewühlten Himmel erahnen. Doch treibt der Künstler den Abstraktionsgrad in diesen beiden Bildern sogar so weit, dass sie auch auf den Kopf gestellt eine stimmige Landschaft ergeben würden. Die direkte Gegenüberstellung der Aquarelle mit den Ölbildern offenbart Kohls Fähigkeit, Öl wie Wasserfarben ineinander fließen zu lassen und so den Eindruck von Bewegung entstehen zu lassen. Die Farben in Kohls Bildern sind eine Abstraktion verschiedenster Naturbetrachtungen im Kopf des Malers, die bei der Betrachtung eines Objekts aufgetragen werden.

Der am 18. Juli 1960 in Düsseldorf geborene Maler Thomas Kohl studierte Bildende Kunst an der Kunstakademie Düsseldorf, wo er auch Meisterschüler bei Gerhard Richter und ab 1983 als dessen Galerieassistenz tätig war. Neben Landschaftsdarstellungen beschäftigt sich Kohl seit 1998 auch mit Porträts und entwarf 2003 ein Himmelspanorama für die Saaldecke des Museums für Kunst und Gewerbe in Hamburg.

Ole Gerlach

Thomas Kohl – Fluss Mündung

Thomas Kohl

Fluss Mündung, 2001, Öl auf Leinwand, 107x183cm

Das Auge sucht im Bild eine Bestätigung des Titels Fluss, Mündung und wird fündig. Doch es sieht nicht das, was Kohl dargestellt hat, sondern projiziert eigene Vorstellungen und Erinnerungen von Flussmündungen in das Bild hinein. Dies ist vom Künstler beabsichtig, um zu erreichen, dass jeder Betrachter in ein und demselben Werk seine eigene individuelle Landschaft entdeckt. Genau hingesehen, entbehrt das Bild jedoch jeglicher Gegenständlichkeit, vielmehr ist es eine Abstraktion verschiedener ungebundener Farbschichten und Pinselzüge, deren einziger Zusammenhalt in einer farblichen Übereinstimmung liegt, die Assoziationen von Landschaft wachrufen: Das Grün wird nun zur üppigen, sich im Wasser spiegelnden Vegetation und die ocker- und rotfarbenen Schichten in Vorder- und Hintergrund zur zerklüfteten Uferböschung. Abstufungen im Blau-Grün und farbige Reflexionen sorgen für eine Belebung der Wasseroberfläche.

Der am 18. Juli 1960 in Düsseldorf geborene Maler Thomas Kohl studierte Bildende Kunst an der Kunstakademie Düsseldorf, wo er auch Meisterschüler bei Gerhard Richter und ab 1983 als dessen Galerieassistenz tätig war. Neben Landschaftsdarstellungen beschäftigt sich Kohl seit 1998 auch mit Porträts und entwarf 2003 ein Himmelspanorama für die Saaldecke des Museums für Kunst und Gewerbe in Hamburg.

Ole Gerlach